WAS IST UNTER SCHLAFWANDELN ZU VERSTEHEN?
Wenn Kinder nachts munter werden, äußern sie dies besonders im Kleinkindalter gerne ausgiebig und lautstark. Was die häufig erschöpften Eltern umgehend voller Schlaftrunkenheit aufwachen lässt, hat bei näherer Betrachtung durchaus seine Vorteile. Es gibt nämlich eine weitere Möglichkeit, die deine Kleinen nachts durch ihr Zuhause tapsen lässt: Das Schlafwandeln, im Fachjargon Somnambulismus genannt. Dabei handelt es sich um einen speziellen Schlafzustand, der sich in der Regel irgendwo zwischen der Tiefschlaf- und der Traumphase befindet und diverse motorische Aktivitäten wie Herumgehen sowie unter Umständen sogar den Verzehr von Nahrung ermöglicht. Laut bisherigen Untersuchungen ist eine mögliche Ursache für das Schlafwandeln, ein noch nicht vollständig entwickeltes zentrales Nervensystem. Hierbei arbeiten Gehirnbereiche, die den Schlaf steuern, etwas unkoordiniert. Vermutlich gibt es aber auch eine genetische Veranlagung zum Schlafwandeln. Viele Kinder, die nachts auf Erkundungstour gehen, stammen auch einer Schlafwandlerfamilie.
Es wurde beobachtet, dass dieses Phänomen zwar das erste Mal meist im Alter von drei bis fünf Jahren auftritt, in den meisten Fällen aber bis zur Pubertät wieder verschwindet. Davon betroffen sind zumindest zeitweise sage und schreibe 15 bis 30 Prozent der Kinder. Zu den möglichen Verstärkern für diese Form des nächtlichen Aufstehens zählt man u. a. diverse Infekte in Begleitung mit Fieber, vor allem aber zu viel Stress und zu wenig Schlaf.